Was bedeutet Aufbauhöhe?
Als Aufbauhöhe wird die Gesamthöhe des fertigen Bodenbelags bezeichnet, gemessen ab dem Untergrund bis zur Belag-Oberfläche. Es handelt sich bei mehrschichtigen Belägen also um die vertikale Distanz, die der Boden von der Unterseite der ersten Schicht bis zur sichtbaren Fläche einnimmt. Dieser Wert ist für Ihre Renovierung relevant, um die Funktionalität von Türen, stolperfreie Übergänge und Barrierefreiheit zu gewährleisten. Auch die optische Wirkung kann eine falsch gewählte Aufbauhöhe des Bodenbelags beeinträchtigen.
Neben der Materialstärke sollten Sie dabei auch alle zusätzlichen Schichten wie Fußbodenheizung, Verwendung von Ausgleichsmasse zur Ebnung des Untergrundes, Kleb- oder Dichtstoffe und Unterlegsmaterialien wie Trittschalldämmung oder Dampfsperre mit einberechnen, um die tatsächliche Höhe zu ermitteln. Zu guter Letzt erhöht auch ein Altbelag die Aufbauhöhe, da dieser bei einigen Bodenbelägen unter gewissen Voraussetzungen nicht vorab entfernt werden muss.
Erfahren Sie im Folgenden die Aufbauhöhen unterschiedlicher Bodenbeläge und worauf Sie bei Ihrer Renovierung achten müssen.
Aufbauhöhen im Vergleich
Die Aufbauhöhe unterschiedlicher Bodenbeläge variiert je nach Materialdicke, Verwendung von Trittschalldämmung, Klebstoffen, Verlegen auf Altbelag usw. Bei einer separaten Trittschalldämmung müssen durchschnittlich etwa 2 mm drauf gerechnet werden, bei Parkett sind es sogar 3-5,5 mm. Die Nutzung von Montagekleber macht ca. 1 mm aus.
Der Vergleichs-Sieger: Vinylboden
Die Aufbauhöhe von Vinylboden ist im Vergleich am niedrigsten. Klebevinyl misst mit 2-2,5 mm die geringste Materialdicke aller Bodenbeläge. Die selbstklebende Variante benötigt nicht einmal eine zusätzliche Klebeschicht, da diese bereits im Belag integriert ist. Damit eignet sich selbstklebender Vinylboden am besten, für niedrige Raumhöhen, niedrig eingebaute Türen, bodentiefe Fenster oder wenn der Untergrund und Altbelag bereits hoch ist.
Das praktische Klickvinyl hat trotz Klicksystem, verstärktem Kern und robuster Oberflächenschicht eine ebenso niedrige Aufbauhöhe von maximal 6,5 mm. Hier gibt es sogar Varianten mit integrierter Trittschalldämmung, die den Belag nicht dicker machen. Nur das „TopSilence“-Premium-Produkt mit Trittschalldämmung aus Kork und HDF-Kern misst eine Stärke von 9,5 mm, was im Vergleich zu anderen Bodenbelägen immer noch im unteren Mittelfeld liegt.
Warum ist die Aufbauhöhe relevant?
Über die Qualität des Bodenbelags entscheidet die Aufbauhöhe nicht, warum ist sie dann überhaupt relevant?
1. Türschwellen
Sichtbar wird die Höhe eines Bodens meist erst an Schwellen und Türdurchgängen, besonders an der Haustür. Hier können besonders Parkett, Holzdielen oder massive Steinfliesen zu hoch sein. Im schlimmsten Fall lassen sich Türen nicht mehr öffnen oder schleifen über den Boden. Zargen und Türen zu kürzen ist leider auch nicht immer möglich oder ein sehr großer Aufwand – z. B. bodentiefe Fenster, Terrassen- und Glastüren. Es bleibt Ihnen lediglich die Wahl zwischen einer sogenannten Sauberlaufzone (z.B. ein fest verlegter Schmutzfangteppich), die zum flacheren Bodenniveau des Eingangsbereichs passt und dann über eine Ausgleichsschiene in einen höheren Belag übergeht – oder besser: Sie greifen von vornherein zu einem Boden mit niedriger Aufbauhöhe. Wer die Optik von Parkett-, Dielen- oder Steinboden nicht missen möchte, kann dann zu Vinylboden in entsprechender Optik greifen, der ohnehin in stärker beanspruchten Wohnbereichen wie Hausfluren empfehlenswert ist.
2. Übergänge
Trifft der Bodenbelag in benachbarten Räumen auf andere Beläge, kann die Aufbauhöhe den Übergang beeinflussen. Ab 4 mm gilt ein Höhenunterschied offiziell als Stolperfalle. Aber auch schon kleinere Unterschiede können besonders bei Kindern oder Barfußlaufenden zu Fußverletzungen führen. Mit Übergangsleisten oder Schienen muss hier ein flacherer Übergang gewährleistet werden. Generell Bodenbeläge mit geringer Aufbauhöhe zu verlegen, macht Ihnen das Leben auch in diesem Fall leichter.
3. Treppen
Bei der Verlegung von Bodenbelägen auf Treppen ist die Aufbauhöhe entscheidend, da sie die Stufenhöhe beeinflusst. Da diese baurechtlichen Vorgaben unterliegen, sollten Sie die Dicke des Belags immer mit einkalkulieren, damit Ihre Treppe nicht zur Gefahr wird.
Es gilt die Treppenformel: 2 x Steigungshöhe + 1 x Auftritt = 60 bis 65 cm (durchschnittliche Schrittlänge eines Erwachsenen)
Dabei gelten für Treppen in Wohngebäuden folgende Maße:
- Steigungshöhe (Stufenhöhe): 16–18 cm
- Auftritt (Stufentiefe): 26–30 cm
- Neigung der Treppe: 30–37°
4. Barrierefreiheit
Für die einen eine Stolperfalle, für die anderen ein Grund, warum sie einen Raum nicht mehr betreten können. Bei der Planung eines Neubaus oder Renovierung Ihres Hauses sollten Sie auch an die Barrierefreiheit denken. Das fängt bereits bei der Wahl des Bodenbelags an. Wussten Sie, dass es beim Bau von barrierefreien Wohnungen sogar spezifische Vorgaben gibt, die die maximale Aufbauhöhe des Fußbodens festgelegt? Dabei stellen Sie die Zugänglichkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sicher – spätestens im Alter kann dies jede und jeden betreffen.
5. Einbaumöbel
Haben Sie maßangefertigte Möbel wie Einbauschränke oder -küchen und planen einen neuen Bodenbelag zu verlegen, sollte sich auch hier Ihr Blick auf die Aufbauhöhe richten. Es wäre ärgerlich, wenn die Möbel plötzlich zu groß für eine Nische sind, Küchenanschlüsse nicht mehr passen oder Abstände zwischen Unter- und Hängeschränke schrumpfen.
6. Gesamthöhe des Raums
Zu guter Letzt beeinflusst die Aufbauhöhe des Fußbodens auch die Gesamthöhe eines Raums. Räume mit ohnehin schon niedriger Deckenhöhe kann eine dickere Aufbauhöhe den Raum optisch weiter verkleinern. Besonders in Keller- und Dachgeschossen oder alten Häusern, ist man um jeden Zentimeter mehr froh.
Fazit
Beziehen Sie in Ihre Entscheidung, welcher Bodenbelag der Richtige für Sie ist, neben dem Look, der Verlegeart, dem Preis und den Eigenschaften auch immer die Aufbauhöhe mit ein. So verhindern Sie böse Überraschungen im Nachhinein. Die Angaben zur Materialstärke finden Sie immer beim Hersteller. Bei unseren Produkten sehen Sie diese Angabe auf einem Blick im Produktnamen.